Google Mobile First Update im Detail

Google Mobile First Update im Detail

Die Ankündigung von Google im Oktober 2016 auf der Pubcon in Las Vegas über das kommende Mobile First Update ist vielen Unternehmen mittlerweile bekannt, doch welche Auswirkungen wird das Google Update haben und wie können Sie sich als Unternehmen bestmöglich darauf vorbereiten? Genau diesen Fragen möchte ich mich in diesem Blogbeitrag widmen. Sollten Sie also an allen Informationen rund um das Google Mobile First Update interessiert sein, sollten Sie hier weiterlesen.

Google Mobile First Update – Dies sind die Planungen

Google wird mit der Einführung des mobile First Update eine grundlegende Veränderung im Algorithmus, bzw. der Art des Crawlings, also der Datenerhebung für die letztendlich rankingmäßig angezeigten Suchergebnisse vornehmen.

Während die Suchmaschine bisher primär die Desktop-Version der Webseite und deren Inhalte für das Crawling verwendet hat, wird nach Einführung des Google Mobile First Updates fortan die mobile Version einer Webseite dafür verwendet. Das heißt, der mobile Suchindex wird als Basis aller Rankingberechnungen verwendet. Laut Google wird es parallel auch weiterhin einen Desktop-Index geben, welcher aber in einer weniger aktuellen Form bereitgestellt wird. Dies bedeutet ganz konkret, dass Desktop-Webseiten auch weiterhin erfasst, also gecrawlt, werden – aber großer Voraussicht nach wohl in einer weniger regelmäßigen Zeitspanne und mit deutlich geringerer Priorität.

Google folgt damit dem Trend des mobilen Suchens, bereits 2015 verlautete Google offiziell, dass mehr als 50% aller Suchanfragen über mobile Endgeräte erfolgen. Dabei werden als mobile Endgeräte Smartphones aller Art bezeichnet. Tablets dagegen werden laut Definition von Google als Desktop-Gerät betrachtet.

Mit dem Mobile First Update wird sich die Bedeutung der mobilen Suchmaschinenoptimierung eklatant erhöhen.

Google Mobile First Update – Der Veröffentlichungstermin

Auch Monate nach der Ankündigung des Google Updates ist noch kein konkreter Veröffentlichungstermin bekannt. Sicherlich finden aber bereits jetzt Tests im Hintergrund statt. Vor Veröffentlichung möchte Google im offiziellen Google-Blog den Termin allerdings noch separat ankündigen. Welche Zeitspanne dann zwischen letztendlicher Ankündigung und tatsächlichem Start des mobilen Index liegen wird, bleibt abzuwarten.

Mobile Webseiten – technische Möglichkeiten

Technisch gesehen gibt es verschiedene Möglichkeiten eine Webseite in mobiler Form bereitzustellen. Als praktikabel haben sich dabei 2 verschiedene Varianten erwiesen:

  1. Sie richten eine zweite Webseiten-Version speziell für die mobile Webseite ein. Beispielhaft erreichbar über eine URL wie m.ihredomain.de. Dabei müssen Sie entsprechend die Desktop-wie auch die mobile Version der Webseite entsprechend inhaltlich pflegen und aktualisieren
  2. Sie nutzen das so genannte Responsive Design. Beim Responsive Design nutzen Sie die Webseite in einer technischen und inhaltlichen Version. Alle Inhalte wie Texte, Bilder, sonstige Elemente passen sich dabei an die jeweilige Displaygröße des Benutzers automatisch an. Ein Nachteil kann hier dadurch entstehen, dass nicht alle Inhalte identisch auf allen Displaygrößen dargestellt werden können. Grundlegend empfiehlt es sich heute bei der Planung von neuen Projekten immer dem Grundsatz mobile First zu folgen und entsprechend auch bei der Visualisierung der eigenen Ideen immer zuerst an die Umsetzbarkeit für mobile Endgeräte zu denken. Die Visualisierung von Inhalten auf mobilen Endgeräten wird aufgrund der begrenzen Bildschirmmöglichkeiten immer abweichende Anforderungen im Vergleich zur klassischen Darstellung auf einem Desktop-Rechner mit sich bringen. Diesem Trend muss man aber unbedingt folgen, wenn man ein nachhaltiges Projekt aufbauen möchte

Großer Vorteil ist jedoch, dass bei dieser Variante nur eine Webseite aktualisiert und gepflegt werden muss. Auch aus Betrachtung der technischen Aspekte, wie Fehleranfälligkeit und Zukunftsträchtigkeit, ist ein Responsive Design sehr zu empfehlen.

Chancen und Gefahren durch das mobile First Update

Das Jahr 2017 wird schon jetzt als das Jahr der mobilen Suchmaschinenoptimierung bezeichnet. Zweifelsfrei wird Google in der Zukunft dem Thema der mobilen Suchanfragen mehr und mehr Aufmerksamkeit schenken, dafür sprechen unter anderem auch Tatsachen, wie die Einführung des AMP-Projektes (Details dazu im dazugehörigen Blogbeitrag) und die damit einhergehende Tatsache, dass neben typischen Newsartikeln bereits andere Webinhalte, wie Landingpages als AMP-Inhalt ausgegeben werden können. Der Trend geht hier also ganz klar in Richtung Usability.

Das heißt, typische Usersignale, wie Besuchsdauer, Absprungrate und Co. werden wohl weiter in deren Bedeutung steigen. Die Herausforderung wird dabei sein, Inhalte auf mobilen Geräten möglichst vollumfassend darzustellen.

Unklar bleibt bisher, und darin besteht auch die Gefahr, wie Google mit gekürzten Inhalten auf der mobilen Webseitenversion, bzw. im Falle eines Nichtvorhandenseins einer mobilen Seitenversion umgehen wird. In der Theorie könnten Suchergebnisse in der Desktop-Suche völlig verschwinden, wenn Google diese mobil nicht erfassen kann. Webseitenbetreiber, die also derzeit keine, eine fehlerhafte oder gekürzte Version Ihrer Webseite mobil bereitstellen sollten hier nun schleunigst handeln. Ebenso wird die Darstellung der jeweiligen Inhalte an Bedeutung gewinnen. Gerade auch Themen wie „versteckter Inhalt“ – also Inhalte, die aus Darstellungs- und Platzgründen in aufklappbaren Boxen positioniert sind, könnten bei rein mobil-betrachteter Crawling-Methode in deren Relevanzbetrachtung Einbußen erleben. Wichtige Ansatzpunkte für die mobile Optimierung sind also neben dem technischen Aspekt vor allem in der Art der Darstellung an sich zu suchen.

Mobile Webseite – das sollten Sie nun tun

Empfehlenswert ist es als Betreiber einer Webseite oder eines Onlineshops jetzt unbedingt aktiv zu werden und das eigene Portal entsprechend mobilfähig zu gestalten und zu optimieren. Grundlegend empfiehlt sich für einen ersten Test das „Mobile Friendly Tool“ von Google (siehe hier).

Unsere Tipps für die Umstellung auf den mobilen Index:

  • Mobile Crawlbarkeit: Kann Google die mobilen Inhalte vollständig erfassen (Test per „Abruf wie durch Google Funktion“ in der Searchconsole)
  • Die mobile Freundlichkeit: Durchführung des „Mobile Friendly Test“ von Google (siehe hier).
  • Prüfung der Inhalte: Verfügt die mobile Webseite über einen zur Desktopversion exakt identischen Inhalt?
  • Sofern Sie mit einer separaten mobilen Webseitenversion arbeiten: Melden Sie die URL Ihrer mobilen Webseitenversion separat in der Google Searchconsole an und stellen Sie sicher, dass Google durch entsprechende Markups die Zusammengehörigkeit zwischen Desktop- und mobiler Webseitenversion fehlerfrei erfassen kann.
  • Nutzen Sie Tools wie Searchmetrics oder Sistrix: Gibt es große Abweichungen zwischen der Sichtbarkeit in den mobilen- und Desktopsuchergebnissen kann dies für Probleme in der jeweiligen Optimierung sprechen. Vor allem wenn der mobile Sichtbarkeitsindex deutlich niedriger ausfällt, als der Index der Desktopergebnisse, sollte hier dringend gehandelt werden.

Mobile Fist – mein erstes Fazit

Noch steht die Ankündigung des Relaunch-Termins des Mobile First Updates seitens Google aus. Diese Zeit sollten Sie jetzt nutzen, um Ihr Projekt bestmöglich auf die neu-kommenden Anforderungen seitens Google zu prüfen und zu optimieren. Das Update wird an vielen Stellen sicherlich die Karten neu mischen und für viele Unternehmen neue Chancen bringen. Themen wie Usability, entsprechende User-Signale und Inhaltsqualität werden meiner Meinung nach künftig weiter an Bedeutung gewinnen.

Kostenloses Angebot anfordern

Bitte füllen Sie das Kontaktformular vollständig aus. Ich werde mich dann mit Ihnen in Verbindung setzen.